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Geschichte des Zimmerers



Der Beruf des Zimmerers bzw. Zimmermanns ist einer der ältesten bekannten Berufe seit Beginn der Zeitrechnung. Bibelkundige wissen es natürlich: Bereits Jesus war, wie sein Vater, Zimmermann. Und auch wenn der Eine oder Andere nicht an Jesus und die Bibel glaubt, steht zumindest eines fest: Einen Beruf mit wesentlich längerem, geschichtlichen Hintergrund, als den des Zimmerers, wird man - vermutlich noch länger - suchen müssen.

Ein altes Lehrbuch, wie es früher vom Zimmerer verwendet wurde.

Der Zimmerer übt einen Beruf im Holzbau-Gewerbe aus, was sowohl dem Bauwesen als auch der Holzverarbeitung zugehörig ist. Die Mehrzahl dieser Berufsbezeichnung lautet Zimmerleute und die weibliche Bezeichnung lautet Zimmerin. Das Handwerks-Wappen der Zimmerer wird auf dem Koppelschloss der Kluft getragen. Als Koppelschloss wird ein aus Metall gefertigtes Teil zum Verschließen des Koppels bezeichnet. Eine Sonderform des Berufsbildes Zimmerer stellt der Schiffszimmerer dar, der sich, wie der Name bereits vermuten lässt, vorrangig dem Schiffs- und Bootsbau widmet.

Früher war fast jeder Hausbesitzer gleichzeitig ein Zimmermann, weil Häuser eben selbst gezimmert werden mussten. Mit der späteren Spezialisierung einzelner Berufe bildete sich der Zimmererberuf als eigenständiges Tätigkeitsfeld heraus. Genauso wie bei Ärzten und Apothekern mit ihren Medikamente und Hexen mit ihren Kräuter-Mischungen, die jeweils bestimmte Wirkungen erzielen sollten und beispielsweise zur Wahrung bestimmter Kunden-Gruppen geheim gehalten wurden, entstand im Zimmerer-Handwerk immer mehr Geheimnis-Krämerei, was spezielle Techniken und Fertigkeiten betraf.

Diese Geheimhaltung bestimmter und teilweise zwingend erforderlicher Kenntnisse verstärkte sich durch die Bildung von Zünften. Im Mittelalter waren speziell ausgebildete Zimmerer in der Kunst des Haus- und Dachbaus etc. absolut nicht mehr wegzudenken. So genannte Prestige-Bauten mit teilweise sehr pompösen Dach-Konstruktionen konnten von Laien keinesfalls gebaut werden, da ihnen die speziellen Kenntnisse der Zimmerleute fehlten. Letztere hüteten ihre Geheimnisse wie ihre Augäpfel.

Selbst Zimmerer-Gesellen kamen nur in Ausnahmefällen in den Genuss dieses Wissens. Was den Vorteil hatte, dass viele Arbeiten vom Meister selbst ausgeführt wurden. Der Nachteil entpuppte sich meist erst später durch fehlendes Wissen. Drei sehr eindrucksvolle Beispiele für meisterhafte Baukunst sind das Rathaus in Wernigerode, das Knochenhaueramtshaus in Hildesheim und die zum Weltkulturerbe gehörende Altstadt von Quedlinburg.